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Projekt „Kreativ-Werkstatt“ aus dem Haus der Kirche

Um das Projekt „Kreativ-Werkstatt“ im Haus der Kirche vorzustellen, führen wir ein Interview mit den Projektleiterinnen Kseniia Vaitsel und Olja Lychkova.

Wie ist die Idee zur „Kreativ-Werkstatt“ entstanden und was war eure Motivation, dieses Projekt ins Leben zu rufen?

Bei unserer täglichen Arbeit haben wir festgestellt, dass die Kinder Interesse und Bedarf an kreativen Angeboten haben, daher haben wir mit den Kindern und ihren Eltern Gespräche geführt und aus ihren Wünschen und Vorstellungen das Projekt „Kreativ-Werkstatt“ im Team entwickelt. Das Projekt läuft das ganze Jahr 2026 und wird mit 5.000 EUR von der Stadt Detmold gefördert, diese Mittel werden vorwiegend für die Personalkosten benötigt.

An wen richtet sich das Angebot konkret und warum ist es besonders wichtig für Kinder im Grundschulalter?

Das Angebot richtet sich an Kinder von 5-14 Jahren und deren Eltern. Die Eltern begleiten ihre Kinder besonders in der dunklen Jahreszeit gerne zu uns ins Haus der Kirche, weil wir uns ja etwas außerhalb vom Stadtteil befinden. In der dunklen Jahreszeit sind die Wege hier schlecht beleuchtet, daher ist die Begleitung durch die Eltern wichtig. 

Während die Kinder malen oder basteln, bieten wir den Eltern einen Raum oder Treffpunkt für Begegnung und zum Knüpfen neuer Kontakte. 

Die Kreativ-Werkstatt versteht sich als Raum für Fantasie und Gestaltung. Was dürfen sich Kinder und Eltern darunter ganz praktisch vorstellen?

Durch das Angebot verschiedener Materialien, Techniken und Gestaltungsmöglichkeiten entwickeln die Kinder ihre eigenen Möglichkeiten und Ideen, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. 

Welche Materialien und Techniken kommen in der Kreativ-Werkstatt zum Einsatz? Gibt es besondere kreative Highlights?

Wir arbeiten zum Beispiel mit Modelliermasse, verschiedenen Arten von Farben, wie Wasserfarben, Acrylfarben, Textilfarben, Buntstiften, Wachsmalstiften, etc. Einige Kinder haben bei uns gelernt, mit Schere und Pinsel umzugehen. Als Highlight planen wir den gemeinsamen Besuch einer Ausstellung oder eines Museums.

Ein Schwerpunkt liegt auf gesellschaftlicher Teilhabe. Wie unterstützt das Projekt insbesondere benachteiligte Kinder?

Im Stadtteil Herberhausen leben besonders viele Kinder, die von Armut betroffen sind. Manche Eltern sind finanziell nicht in der Lage, Mal- und Bastelmaterialien zu kaufen, die Preise dafür sind ja in der letzten Zeit auch enorm gestiegen. Unser Angebot ist kostenlos für alle Kinder offen.

Welche positiven Veränderungen beobachtet Ihr bei den Kindern, die regelmäßig teilnehmen?

Die Kinder, die regelmäßig zu uns kommen, sind selbstständiger geworden, sie kennen ihren Donnerstagstermin um 16:30 Uhr, da müssen sie im Haus der Kirche sein (und lacht)!

Inwiefern stärkt kreatives Arbeiten das Selbstbewusstsein und die sozialen Kompetenzen der Kinder?

Die Kinder haben gelernt, frei zu sprechen. Die Kreativ-Werkstatt ist ein Ort, wo die Kinder ihre Wünsche äußern, ihre Ideen einbringen und ernst genommen werden.

Welche Rolle spielen Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit im kreativen Prozess?

Eine riesige Rolle, Konzentrationsfähigkeit braucht man doch überall im Leben, vor allem in der Schule. Wir versuchen, den Kindern fein- und grobmotorische Angebote im Wechsel zu ermöglichen, zum Beispiel einen großflächigen Hintergrund eines Bildes zu gestalten oder ganz filigrane Formen auszuschneiden.

Die Kreativ-Werkstatt versteht sich auch als Alternativangebot zur digitalen Freizeitgestaltung. Welche Bedeutung hat das aus eurer Sicht heute?

Unsere Kinder (wie auch andere Kinder) verbringen viel Zeit mit digitalen Medien wie Handy oder Tablet. Wir bieten den Kindern Gemeinschaft und neue Ideen für ihre Freizeitgestaltung.

Das Angebot findet während der Öffnungszeiten von Billy’s Bücherei statt. Welche Vorteile ergeben sich durch diese Verbindung?

Die Mehrheit der Kinder kennen wir schon als Besucher unserer kleinen Kinderbücherei, daher war es für uns einfach, sie zu motivieren und einzuladen mitzumachen.

Auch für Eltern gibt es Raum für Austausch. Wie wichtig sind diese Gespräche für die Familien und für eure pädagogische Arbeit?

Manche Eltern, vor allem Mütter, haben in der ersten Zeit, wenn sie neu nach Herberhausen gezogen sind, wenig Kontakte nach außen. Hier bei uns treffen sie sich und können ihre Kinder, wenn sie noch klein sind, bei den kreativen Angeboten unterstützen.

Gibt es ein besonderes Highlight, welches Ihr mit den Kindern der Kreativ-Werkstatt durchführen wollt?

Wir werden bei den internationalen Wochen gegen Rassismus mit einer Demokratie-Aktion mitmachen. Unterstützt werden wir von der Akademie am Tönsberg aus Oerlinghausen und der Lippischen Landeskirche. Die Aktion findet am 18. März 2026 im Haus der Kirche statt und hat den Titel: „Reise durch mein Leben“.

Wie kann man das Projekt unterstützen?

Über Bastelmaterialspenden freuen wir uns immer, bei uns wird viel recycelt und alten Dingen ein neuesLeben geschenkt. Aber die Kinder und wir freuen uns auch, wenn wir neue Materialien kaufen können.

Vielen Dank.

Das Interview hat Olga Eikmeier mit ihren Mitarbeiterinnen geführt. Die Projektarbeit im Haus der Kirche funktioniert nur im Team, zum Team gehören auch Julia Schreiner und Kristina Bogomolov.

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