Auch in diesem Jahr findet nach Ostern wieder fünf Wochen lang jeden Freitagabend ein Orgelkonzert in der Martin-Luther-Kirche statt.
Sarah Proske (Gesang) und Maja Vollstedt (Orgel) eröffnen am Freitag, den 10. April 2026 um 19 Uhr den diesjährigen Detmolder Orgelfrühling mit einem vielfältigen Programm mit
Werken von Bach, Penderecki u.a. Der Farbenreichtum der Paschen-Orgel bietet dabei die ideale Voraussetzung für die Umsetzung auch orchestral gedachter Kammermusikwerke.
Am Freitag, den 17. April 2026 bietet sich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die einmalige Gelegenheit, die Orgelmaus „Frieder“ hautnah kennenzulernen. Neben Antworten auf die vielen Fragen der Orgelmaus werden im diesjährigen Kinderkonzert auch zahlreiche bekannte Melodien erklingen. Felix Märtin (Moderation) und Maja Vollstedt (Orgel & Moderation) nehmen euch und Sie mit zum vielleicht kleinsten Mitglied unserer Gemeinde.
Michael Schmidt (Orgel) und Ulrike von der Linde (Tanz) setzen am Freitag, den 24. April 2026 um 19 Uhr die Konzertreihe fort. Die ausgewählten Orgelwerke stellen gewissermaßen eine Deutsch-französische Begegnung auf muskalischer Ebene dar. Ein besonderes Highlight sind dabei Alexandre Guilmants Variationen über „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, die eine Rarität darstellen, da es in der französischen Orgelmusik der Romantik absolut ungewöhnlich war, sich einem explizit deutsch-protestantischen Kirchenlied zu widmen. Darüber hinaus umfasst das Programm u.a. Kompositionen von Maurice Duruflé.
Neben solchermaßen glückhaften Konjunktionen verschweigt die Werkauswahl nicht den konfrontativen Aspekt deutsch-französischer Vergangenheit: Den Schwerpunkt des Konzertes bilden die Trois Dances (Drei Tänze) von Jehan Alain, in dessen Leben sich die ganze Tragik der deutsch-französischen Geschichte spiegelt. Alain wurde 1911 bei Paris geboren und fiel als Kradfahrer am 20.Juni 1940 an der Front des Zweiten Weltkriegs bei Saumur. Die Trois Dances sind sein größtes und wichtigstes Werk; sie stellen gleichsam sein musikalisches Testament dar. Die Orgelfassung der ursprünglich für Orchester entworfenen Tänze gab Alain wenige Tage vor seinem Tod einem Kurier mit nach Paris. Die Trois Dances, die von Ulrike von der Linden zu den Orgelklängen tänzerisch dargestellt und somit sinnfällig visualisiert werden, sind ein großes Triptychon über Leben und Tod. In den ersten beiden Sätzen werden die elementaren, menschlichen Grundbefindlichkeiten „Freude“ („Joies“) und Trauer („Deuils“) zunächst isoliert zum Ausdruck gebracht; dann – im dritten Tanz – kommt es zum „Kampf“ („Luttes“) der Gegensätze, der schließlich zu einer eindrucksvollen Schlussapotheose führt. Der Hörer muss für sich entscheiden, wie für ihn die Konfrontation ausgeht.
Unter dem Titel „Traumtanz“ wird Fabian Luchtehandt (Orgel, Klavier und Moderation) am Freitag, den 01.Mai 2026 um 19 Uhr neben Werken von Alain und Skrjabin auch Eigenimprovisationen zu Gehör bringen. In diesem Konzert fließt die Zeit nicht, wie wir es gewohnt sind: In den kleinen Tänzen von Jehan Alain geschehen merkwürdige Zeitsprünge und die Bewegungen wirken verzerrt und geisterhaft, wie im fantastischen Traum. In Skrjabins Musik entsteht ekstatische Ruhe und wilde Raserei zuweilen gleichzeitig. Schließlich wird die musikalische Zeit auch zum Thema von Fabian Luchterhandts Improvisationen: Tänze, die erst im Moment ihres Erklingens entstehen, erzeugen ein ganz einzigartiges Zeitgefühl…
Zum Abschluss des diesjährigen Orgelfrühlings wird das „Duo Himmelstöne“ bestehend aus Andreas Elias Post (Bariton) und Thorsten Andreas Pech (Orgel) am Freitag, den 08. Mai 2026 um 19 Uhr Impressionen aus der Romantik musizieren. Die Klangwelt des 19. Jahrhunderts entfaltet in der ausdrucksstarken Verbindung von Baritonstimme und Orgel eine besondere Intensität: Das warme Timbre der Stimme trifft auf die lyrische und zugleich majestätische Fülle des Orgelklangs und schafft einen Dialog, der von inniger Empfindung bis zu leidenschaftlicher Größe reicht. Die ausgewählten Werke, insbesondere die Musik des Spätromantikers Josef G. Rheinberger anlässlich seines 125. Todesjahres und dazu Kompositionen seiner Lehrer, Schüler und Freunde, lassen die poetischen und emotionalen Facetten der deutschen und französischen Romantik lebendig werden und laden dazu ein, diese Epoche aus einer reizvollen musikalischen Kombination in magischen Momenten neu zu entdecken.
Der Eintritt zu allen Konzerten des Orgelfrühlings ist frei; um Spenden wird gebeten.
