Ausstellung zur Bachelorarbeit von Saskia Bröker vom 04.03. bis zum 05.04. in der Martin-Luther-Kirche
Wunden gehören zu unser aller Leben. Manche sind sichtbar, andere tragen wir verborgen in unserem Herzen. Enttäuschungen, Versagen, zerbrochene Beziehungen, Zweifel an uns selbst oder an Gott. Diese Wunden hinterlassen Spuren in uns.
Oft versuchen wir, diese Brüche zu überdecken. Wir möchten stark wirken, funktionieren, „gut genug“ sein – auch im Glauben. Vielleicht denken wir sogar, wir müssten erst geheilt, sortiert oder geistlich gefestigt sein, bevor wir mit allem zu Gott kommen dürfen. Diese negativen inneren Stimmen sind leider häufig lauter als die Stimme Gottes.
Doch was, wenn Gott nicht erst auf unsere Stärke wartet?
Was, wenn er unsere Brüche nicht als Hindernis sieht, sondern als Ausgangspunkt für Transformation? Wenn unsere Wunden der Ort sind, an dem er beginnt, etwas Neues entstehen zu lassen und ein Wunder zu schaffen?
Mit diesen Fragen habe ich mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Fachbereich Innenarchitektur beschäftigt. Herausgekommen ist ein Gestaltungsprinzip resultierend aus der geistlichen Erkenntnis: Gott macht aus Wunden Wunder.
Aber was passiert, wenn wir unsere Verletzungen nicht verstecken, sondern sie Gott hinhalten?
Diese Frage stand im Zentrum meiner Bachelorarbeit im Fachbereich Innenarchitektur mit dem Titel „Von Wunden zu Wundern – Entwerfen MIT anstatt FÜR Gott“.
Mein Glaube hat mich gelehrt, eine Wunde nicht nur als etwas zu sehen, das geheilt werden muss, sondern als ein Ort, an denen Gott Neues wachsen lässt. Die Bibel erzählt immer wieder davon: Gott löscht meinen Zerbruch nicht einfach aus, sondern verwandelt ihn – in Hoffnung, Tiefe und manchmal sogar in Stärke.
In der Bibel sehen wir das beispielsweise ganz konkret in der Geschichte von Josef, der von seinen Brüdern verraten wird. Aber nur durch diesen Verrat landet er schließlich in Ägypten und wird dort zu jemandem der dafür sorgt, dass die Ägypter nicht hungern müssen und sogar noch genug übrig ist, um Menschen aus anderen Gebieten zu versorgen (wie beispielsweise seine eigene Familie). Ein weiteres Beispiel ist Jesus selbst. Von seinem Tod am Kreuz trägt er Wunden davon, die zu einem Symbol für Hoffnung, Liebe und Gottes Sieg über den Tod werden.
Übertragen auf unseren Alltag als Christinnen und Christen heißt das: Auch unsere eigenen Verletzungen, Zweifel und Umwege dürfen Teil unserer Geschichte mit Gott sein. Wo wir Schwäche erleben, kann Gott wirken. Wo etwas zerbrochen scheint, kann etwas entstehen, das mehr ist als vorher.

In meiner Arbeit habe ich dieses Prinzip nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch erprobt – unter anderem in einem Workshop mit Jugendlichen aus der Gemeinde. In Zeiten der Stille, im gemeinsamen Hören auf Gott und im kreativen Gestalten wurde erfahrbar: Gott spricht nicht nur durch fertige Antworten, sondern mitten im Prozess. Und er wirkt oft genau dort, wo wir selbst keine Lösung mehr sehen.
„Von Wunden zu Wundern“ ist damit keine schöne Metapher, sondern eine Einladung: Gott auch im Unfertigen, im Schmerzhaften und im Alltäglichen Raum zu geben – und darauf zu vertrauen, dass er daraus etwas Neues wachsen lässt.
Das Ergebnis meiner Bachelorarbeit ist zwischen dem 04.03. und dem 05.04. in der Martin-Luther-Kirche ausgestellt.
Hier meine Dokumentation zum Download:
