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Wie halten wir es mit Vorbildern?

Wir leben in Zeiten, die unruhig sind. Benötigen wir Menschen in diesen Zeiten Vorbilder, die uns eventuell die Orientierung geben? Die uns sagen könnten, was wir für eine Meinung einnehmen sollten? Die uns den Weg weisen, unsere Fragen beantworten und uns einfach Halt geben?

Hören wir doch in uns hinein. Wie halten wir es mit Vorbildern, mit Idolen? Es gibt immer Menschen, die uns mit Worten und Taten mitreißen und begeistern können. Wir sollten uns begeistern lassen, dabei aber immer aktiv denkende Menschen bleiben, Worte und Taten hinterfragen. 

Wie einfach kann uns Chat GTP eine Antwort auf alles geben. Jedoch ist Chat GTP gefüttert mit Informationen, die ich nicht beeinflussen kann und es kann sein, dass ich Antworten bekomme, die den Fakten nicht entsprechen. Hinterfragen Sie, stellen Sie neue Fragen und gehen Sie in den Austausch mit Menschen über die Fragen und Themen, die Sie beschäftigen. Hören Sie genau zu, wie ein vortragender Mensch seine Informationen fließen lässt. Möchte mich ein Mensch mit seinen Worten einfangen, sodass schlimmstenfalls mein Denken nicht gefragt ist. Stellen Sie rasch Gegenfragen, schauen Sie, ob Ihr Gegenüber an Ihrer Meinung, Ihrer Haltung, Ihrem Denken interessiert ist. Wie selbstverständlich kann ein schöner Austausch entstehen und wir haben ein bereicherndes Gespräch geführt. Manchmal eventuell mit einer fremden Person, die uns auf einem Spaziergang begegnet und wo der begleitende Hund der Anstoß für den ersten Austausch ist.

Portrait Kirsten Uttendorf, Intendantin des Landestheaters Detmold
Kirsten Uttendorf
Intendantin des Landestheaters Detmold

Wir leben in einer Gesellschaft und die Menschen in ihr prägen sehr unterschiedlich deren Entwicklung. Bei welchen Menschen fühle ich mich wohl, mit welchen Menschen kann ich in einen guten Austausch kommen, wer stellt mir kritische Fragen, sodass mein eigenes Denken und Handeln Raum bekommt und ich hinterfragen kann? 

Als Kind ist es leichter, ein Vorbild zu haben, mal ist es ein Sportler bzw. eine Sportlerin, mal eine Person, die Musik macht und in der Öffentlichkeit steht. Mal ist es eine Nachbarin, deren Handeln mir gefällt, die immer ein offenes Wort für ihre Mitmenschen hat und im richtigen Moment die tröstenden Worte zu sprechen weiß. Hat das Herz auf dem richtigen Fleck und lebt empathisch in dieser Welt. Plötzlich bricht diese Welt des Kindes zusammen, in der Pubertät können die Vorbilder rascher wechseln als die Gefühlswelten des Kindes. Der junge Mensch schützt sich und verschließt sich eventuell vor Vorbildern. Ich selbst bin auf eine Schule gegangen, die den Namen der Geschwister Scholl trägt. Ihre Lebensgeschichte mit der mutigen Haltung gegen das NS-Regime hat mich geprägt. Inge Scholl, die Schwester der beiden, war jährlich zum Austausch mit uns jungen Menschen in unserer Schule. Sie erinnerte daran, dass eine eigene Haltung einzunehmen die Lebensgrundlage zum Atmen ist, auch wenn es bei ihren Geschwistern mit der Ermordung durch den NS-Terror endete.

In der Ausbildung oder im Studium haben mich unterschiedliche Menschen inspiriert. Sie haben mich in einer Selbstverständlichkeit mit ihrem Fachwissen, präsentiert mit großer Leidenschaft, begeistert. Sie kamen authentisch herüber, ihre Gedanken und Worte gaben mir Impulse. Sie begeisterten mich für Themen. Sie regten mich an zu hinterfragen und gaben meinen Gedanken Raum. 

Ich kürze ab. Heute sind Menschen in meinem Umkreis und in der Gesellschaft für mich von Bedeutung, die für eine Sache einstehen. Menschen, die andere Menschen mit auf dem Weg nehmen, für sie da sind, sie unterstützen oder einfach nur zuhören können. Wir lernen alle immer weiter voneinander – das Miteinander in Gesellschaft und Leben, füreinander da sein, Nächstenliebe zu leben und danach zu handeln. Gesellschaft entwickelt sich weiter und wir alle können ein Teil dieser sich verändernden Gesellschaft sein. 

Ich bewundere Menschen, die für ihre politische Haltung ihr Leben riskieren, die es nicht akzeptieren, dass sie in einem Staat leben, der die Menschenrechte nicht akzeptiert und die Freiheit des Denkens seiner Bürger*innen unterdrückt. Hoffen wir, dass wir in Deutschland weiter in einem demokratischen Staat leben können. Achten wir darauf, dass wir die Menschen mitnehmen, die sich von unserer Gesellschaft nicht angesprochen fühlen und lassen wir sie ein Teil der Gemeinschaft werden. Wir müssen die Werte der Demokratie schützen.

Kirsten Uttendorf

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