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Es grünt so grün…unser neues Antependium

Seit einiger Zeit hängt es im Altarraum, unser neues Antependium – auch Parament genannt -, und ist eine wahre Zierde für den Altar.

In der liturgischen Farbe „Grün“ des Kirchenjahres gehalten, bedeckt das Tuch den vorderen Altarbereich und verkündet dem Betrachter bereits beim Eintritt in den Kirchenraum die entsprechende Kirchenjahreszeit. Das grüne Tuch markiert die sogenannten ungeprägten Zeiten nach Trinitatis und nach Epiphanias, die den großen christlichen Festen folgen.

Wie bereits berichtet, hatte der Kirchenvorstand entschieden, das alte Tuch, das in die Jahre gekommen war und dessen Webstrukturen sich auflösten, gegen ein neues Tuch auszutauschen. Beauftragt mit der Konzeption und Herstellung wurde die Paramentenwerkstatt Ratzeburg. Die Leiterin der Werkstatt, Kathrin Niemeyer, die das Tuch dann letztendlich auch gewebt hat, reiste im letzten Sommer nach Detmold, um sich ein Bild von Kirche und Raum zu verschaffen und hatte sich in einem intensiven Gespräch mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes über das zukünftige Aussehen und die Herstellung des Tuches ausgetauscht. So kristallisierte sich schnell der Wunsch seitens der Kirchenältesten heraus, dass das Tuch in abstrakter Formensprache mehrere Grüntöne enthalten sollte, zudem einige andere Farben, die den Farben der Chorraumfenster entliehen werden sollten.

Frau Niemeyer machte den für alle verblüffenden Vorschlag, statt eines quadratischen oder rechteckigen Tuches die Form der neugotischen Chorfenster, den Spitzbogen, aufzugreifen, und diese Form spiegelverkehrt dem Tuch zu Grunde zu legen. Anhand von Stoffproben demonstrierte sie die Möglichkeiten, einhellig sprach sich der Kirchenvorstand dann für die Spitzbogenform aus. 

Die Herstellung des Antependiums ist wahre Handwerkskunst, traditionell sehr zeitaufwendig, zumal wenn es ein kompliziertes Muster über Monate zu erarbeiten gilt. Vor allem eine Vielzahl von verschiedenen Grün-, Grau-, Blau- und Gelbtönen in Hundertschaften von selbsteingefärbten Wollknäulen kamen zum Einsatz, der einzelne Weberfaden jeweils besteht aus fünf oder sechs hauchdünnen Farbvarianten, die der grünlichen Gesamtwirkung ein lebendiges Leuchten verleihen. Die Kreativität, die exakte Arbeit und die Geduld der Weberin stellen die Basis dieser Kostbarkeit dar.

So können wir heute, ein wenig staunend, das fertige Tuch betrachten. Es fügt sich wunderbar in den Altarraum ein und bereichert ihn. Die Farbigkeit der Chorfenster findet sich, gebrochen wie durch ein Kaleidoskop oder ein Prisma, wieder in dem Stoff – so, als wäre ein Lichtstrahl, der durch die Chorfenster ins Innere des Kirchenraumes gefallen ist, im Stoff manifestiert worden. Das Geschehen in den Chorfenstern, das Leben und Sterben Christi und seine Auferstehung, überirdische und wundersame Ereignisse, die jenseits unseres rationalen Verstandes in unserem Glauben eine Heimat gefunden haben, werden durch das Antependium ein wenig „irdischer“ gestaltet. Das Tuch, in dessen tiefhängender Spitze die Farbe des Schieferbodens eingesetzt worden ist, eröffnet uns Menschen die Möglichkeit, im Hier und Jetzt das Evangelium und die Botschaft Jesu Christ zu erfahren und zu leben, „erdet“ uns einerseits und schafft gleichzeitig eine optische Verbindung nach oben. Über dieses Tuch hinweg gehen Gebet und Fürbitten aus, das Abendmahl wird uns Christen gereicht, wir stehen davor und werden aufgefordert, im Sinne Christi weiterzuleben.

Die Farbe Grün steht für die Hoffnung…

Friederike Miketić

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