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Minikonfis in der Dreifaltigkeitskirche – Start nach den Sommerferien

Minikonfis der ersten Stunde gehen 2020 zur Konfirmation.

Das wird ein spannender Augenblick werden, wenn Pastor Frank Erichsmeier nach den Herbstferien eine ganz besondere Gruppe junger Menschen wiedertrifft: Als erste „Minikonfis“ haben neun Jungen und Mädchen 2014 quasi als Pioniere das damals neue Angebot der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Detmold angenommen und ein Jahr lang 14-tägig den Minikonfi-Unterricht mit Frank Erichsmeier und Silvia Hörster besucht. Was die Minikonfis von einst heute umtreibt und ob der „Draht“ zur Kirche stabil geblieben ist – auf diese Fragen gibt es schon bald eine Antwort. So viel ist sicher: Aus den Drittklässlern sind inzwischen Jugendliche geworden. Ein guter Zeitpunkt, um bei Pastor Erichsmeier einmal nachzufragen, ob das Projekt „Minikonfis“ in der Gemeinde eine Erfolgsgeschichte schreibt.

Nach den Herbstferien sehen Sie nach vier Jahren die Mini-Konfis der ersten Stunde wieder und bereiten sich dann gemeinsam mit ihnen auf die Konfirmation im nächsten Jahr vor. Was geht Ihnen beim Gedanken daran durch den Kopf?

Die erste Minikonfigruppe von 2014 war eine ganz besondere Truppe. Einmal natürlich, weil das die ersten Jungen und Mädchen waren, die bei dieser neuen Form des Konfirmandenunterrichts mitgemacht haben. Dann waren es aber auch wirklich außerordentliche Kinder: alle voller Ideen und Interesse – und manchmal auch echt ganz schön quirlig… Da war immer was los! Nun freue ich mich sehr darauf, sie wiederzusehen und bin gespannt zu sehen, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt haben.

Wie kam es eigentlich zu der Idee, die Mini-Konfis ins Leben zu rufen?

Am Anfang war eigentlich die Feststellung, dass der traditionelle Konfirmandenunterricht, wie wir ihn bisher an der Dreifaltigkeitskirche angeboten hatten – alle vierzehn Tage dienstags – nicht mehr attraktiv war. Die Familien haben ihre Jugendlichen einfach lieber für den Samstagsunterricht bei meinen Kollegen an der Martin-Luther-Kirche angemeldet – auch wenn sie hier im Bezirk an der Dreifaltigkeitskirche wohnen. Das gab mir den Anstoß, mal etwas Neues auszuprobieren. Zu der ersten Gruppe wurden dann aber nur neun Kinder angemeldet. Da hätte ich die Sache fast wieder abgeblasen. Ich bin sehr dankbar für den Kirchenältesten, der mir dann sagte: „Jetzt fangen Sie erst mal an, und das entwickelt sich dann schon…“ In der Gruppe 2015 waren es dann schon 17 Kinder!
Was fasziniert Sie an der Zusammenarbeit mit den Jungen und Mädchen besonders?

Wenn die Mini-Konfis anfangen, sind sie acht oder neun Jahre. Ein tolles Alter! Sie kennen sich aus in ihrer Welt, wissen aus der Schule schon gut, wie „Lernen“ funktioniert – und sind trotzdem noch richtige Kinder, die gerne spielen und malen und neue Sachen machen. Es ist (meist) schön, mit ihnen im Unterricht zusammen zu sein.

Sind Drittklässler denn aus Ihrer Sicht schon reif genug für den kirchlichen Unterricht?

Natürlich werden nicht alle Themen, die im Konfirmandenunterricht für die „Großen“ drankommen, eins zu eins so für die „Minis“ übernommen. Aber Themen wie Tod und Sterben, Gewalt und Ausgrenzung oder Alleinsein beschäftigen die Kinder ja durchaus auch. Und – was sie den meisten 12-jährigen voraus
haben: Sie können sich, wenn sie zu meiner Mitarbeiterin Silvia Hörster oder mir Vertrauen gefasst haben, leichter öffnen und sprechen dann manchmal von sich aus mit uns über ernste Dinge, die sie bewegen.

Wie groß empfinden Sie die pädagogische Herausforderung, so junge Kinder alle 14 Tage knapp zwei Stunden lang zu unterrichten?
(Lacht.) Am Anfang habe ich das wahrscheinlich unterschätzt. Wenn man möchte, dass die Kinder im kirchlichen Unterricht auch etwas lernen, kann man nicht immer nur wie „der nette Onkel Pastor“ auftreten… Aber ich weiß inzwischen, dass die Kinder es nicht schlimm finden, wenn ich auch mal streng bin. Und vor allem: Mit Silvia Hörster, einer erfahrenen Grundschullehrerin, habe ich eine Mitarbeiterin mit ganz viel pädagogischem Sachverstand! Es ist toll, dass wir alle Stunden zusammen planen und halten. Auch für die Kinder ist sie eine ganz wichtige Bezugsperson.

Wie genau sieht ein Mini-Konfi-Nachmittag vom Ablauf her aus?

Wir fangen immer mit einem festen Ritual an: Frau Hörster oder ich schlagen die Klangschale an, entzünden die große Mini-Konfi-Kerze und gemeinsam mit den Kindern sprechen wir den Lichtspruch. Zum jeweiligen Thema arbeiten wir dann ganz unterschiedlich. Frau Hörster legt mit den Kindern gerne Bodenbilder, wo es immer viel zu sehen gibt. Ich mag es, biblische Geschichten lebendig zu erzählen. Dann wird mal dazu gemalt, mal etwas zusammen nachgespielt… Singen tun wir immer – darin ist gerade die jetzige Gruppe richtig gut! Und es gibt immer eine gemeinsame Pause mit Gruppenspielen, bei denen wir auch mitmachen. Die Unterrichtszeit endet dann mit dem Segensritual, bei dem sich immer zwei Kinder gegenseitig den Segen Gottes zusprechen. Das finden wir alle schön, und dazu werden die Kinder dann nochmal richtig ruhig…

Was passiert inhaltlich „zwischen den Jahren“ – nach dem Ende der Mini-Konfi-Zeit und vor dem Beginn des vorbereitenden Unterrichts für die Konfirmation?

Wir versuchen, den Kindern und ihren Familien etwas anzubieten, damit der Kontakt nicht abreißt. Einmal sind sie natürlich weiter zu den „Gottesdiensten für Große und Kleine“ an jedem letzten Sonntag des Monats eingeladen, bei denen sie mit ihren Familien ja auch schon als Mini-Konfis dabei waren. Ganz toll finde ich, dass vier Teamer aus unserer Gemeinde außerdem an den Freitagen, wo kein Konfi ist, eine Jungschar anbieten – auch da kann man weiter hingehen, wenn die Mini-Konfi-Zeit vorbei ist. Und zur Zwischenzeit, nach zwei Jahren, lade ich die dann 10-jährigen zu einer Tagestour mit mir ein.

Ist das Projekt „Mini-Konfis“ in der lutherischen Gemeinde eine Erfolgsgeschichte?

Das müssen letztlich die Kinder und ihre Eltern beurteilen. Wenn sie aus dem Mini-Konfi rausgehen und gemerkt haben, dass die christliche Gemeinde auch ein Ort für sie ist, wo sie gerne an Jesus Christus glauben – dann würde ich sagen: Ja.

Das Interview führte Daniela Lang.

Anmeldung zur neuen Mini-Konfi-Gruppe

An der neuen Mini-Konfi-Gruppe können alle Kinder teilnehmen, die nach den Sommerferien in die dritte Klasse kommen. Sie müssen zu einer evangelischen Gemeinde gehören oder den Wunsch haben, getauft zu werden.

Weitere Informationen und Anmeldung bei:  Pfarrer Frank Erichsmeier,

Telefon: 0 52 31/ 2 83 28, E-Mail: f.erichsmeier@detmold-lutherisch.de



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