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Andacht zum Monatsspruch Februar 2017 Lukas 10,5

Vielleicht sollte ich es einfach mal probieren. Einfach so, beim nächsten Hausbesuch: „Guten Tag, ich bin Pastor Erichsmeier von der Dreifaltigkeitskirche. Und ich bin gekommen, um Ihnen Frieden zu wünschen.“

Wie mein Gegenüber wohl reagieren würde? Verwundert, weil ich mit so einem merkwürdigen Anliegen daherkomme? Verärgert, weil ich wegen eines vermeintlich folgenlosen Wunsches an der Tür geklingelt habe? Erfreut, weil es für uns alle doch eigentlich nichts Wichtigeres gibt als den Frieden? Wie würden Sie reagieren, liebe Leserin, lieber Leser?

Jesus, so lesen wir im Lukasevangelium, Jesus schickt seine Jünger los mit dieser Ermahnung: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ Es soll nicht dabei bleiben. Die Jünger, seine Boten, haben einen Auftrag: Kranke sollen geheilt, das nahe Reich Gottes verkündet werden. Dazu sendet Jesus sie aus. Aber das erste, was sie bringen, was sie zumindest den Menschen, zu denen ihr Herr sie schickt, sagen sollen, ist: „Friede sei diesem Haus!“

Nicht immer – auch das lesen wir im Lukasevangelium – rechnet Jesus damit, dass dieser fromme Wunsch dann in Erfüllung gehen wird. „Manche werden euch aufnehmen und sogar bewirten,“ sagt Jesus, „andere werden euch abweisen. Dann sollt ihr wieder gehen und den Staub ihrer Stadt von euren Sandalen schütteln. Aber der Friede, den ihr gewünscht habt, wird sich wieder zu euch wenden.“

Mir kommt diese Ermahnung Jesu so vor, als würde er uns au ordern, ein großes Vorzeichen vor all unsere Unternehmungen und Bemühungen zu schreiben. Alles, was wir tun – als Kirche sowieso, aber doch auch privat als Christen, einfach so – es soll unter diesem Vorzeichen stehen und geschehen, dass es Frieden bringt.

Mit dem Frieden also sollen wir nicht eines schönen Tages, wenn endlich alle Kriege beendet, alle Konflikte geschlichtet und alle Streitigkeiten aus der Welt geschafft sind, aufhören – mit dem Frieden sollen wir anfangen, hier und jetzt, und immer wieder. Weil Frieden mehr ist als das Ende des Krieges. Weil Frieden die Art von Miteinander, von Leben ist, für die wir Menschen eigentlich gemacht sind. Ein Miteinander, in dem keiner übersehen wird. Ein Miteinander, indem jede und jeder das bekommt, was er braucht. Schalom, so heißt er in der Sprache der Bibel. Das bedeutet, so belehrt mich mein altes Hebräisch-Wörterbuch: Unversehrtsein, Heilsein, Wohlbefinden. Um dieses unversehrte Leben zu bringen, ist Jesus auf diese Welt gekommen. Davon haben die Engel gesungen bei seiner Geburt, und das hat er seinen Leuten gewünscht, als er sie am Ostermorgen als der Auferstandene wieder sah: „Friede sei mit euch!“

Wann fangen wir an, als seine Leute unser Miteinander unter dieses Vorzeichen zu stellen? Am besten – immer wieder neu. Und – gleich am Anfang. Da, wo ein Vorzeichen hingehört. Immer, wenn wir einander begegnen – immer wieder. „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“

Schalom – Frieden wünscht Ihnen Frank Erichsmeier

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