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Reise nach Sercaia (Rumänien)

Gemeinsam mit Mitgliedern, Freunden und Förderern der ökumenischen Initiative Agape e.V. Lockhausen hatten wir im August 2016 Gelegenheit, an einer Studienreise nach Rumänien teilzunehmen. Zielort war Sercaia, ein Dorf im Verwaltungsbezirk Fagaras, zwischen Sibiu (Hermannstadt) und Brasov (Kronstadt) in Siebenbürgen gelegen.

Bereits 1990 hatten ehrenamtliche Helfer aus Lockhausen in Rumänien verwahrloste Kinder mit geistigen Behinderungen in einem staatlichen Elendsquartier aufgespürt.

Eine beispielhafte Hilfs- und Spendenaktion begann, Agape in Lockhausen wurde gegründet und der Hilfsverein Diakonia in Rumänien aufgebaut. Bald konnten 50 Kinder mit Behinderungen in renovierte Häuser umgesiedelt werden. Später erwarb die Diakonia in Sercaia ein Gelände, auf dem Schritt für Schritt neue Gebäude entstanden, u. a. auch ein Wohnhaus für die Herangewachsenen, ein Therapiezentrum und Werkstätten.

Der Aufbau wurde durch Spenden finanziert und überwiegend durch ehrenamtlich tätige Handwerker und Fachleute ausgeführt. Dem unermüdlichen Einsatz von Rüdiger Frodermann, dem Initiator von Agape, ist es zu verdanken, dass inzwischen ein umfangreiches Team von Helfern, Beratern und ausgebildeten Pflegekräften sowie Sozialarbeiterinnen tätig ist.

Von den ursprünglich nach rumänischem Verständnis als nicht rehabilitationsfähig eingestuften Kindern konnten einige durch angemessene Förderung und Betreuung die Grundschule besuchen und erfolgreich abschließen. Teilweise sind sie in den Werkstätten der Einrichtung beschäftigt, wie z. B. Tischlerei, Weberei, Näherei, Gärtnerei sowie der erst seit wenigen Jahren existierenden Fahrrad- und Rollstuhlreparatur. Die Bäckerei versorgt nicht nur die Bewohner des Kinderdorfes mit Brot, sondern täglich auch 100 besonders bedürftige Familien. Darüber hinaus werden Backwaren in umliegenden Dörfern verkauft.

Im Herbst 2014 wurde ein familienunterstützender Dienst ins Leben gerufen. Dessen Mitarbeiter besuchen regelmäßig Familien mit Angehörigen mit Behinderungen, geben Pflegehinweise und versorgen die Betroffenen mit Hilfsmitteln (z. B. Rollatoren, Rollstühlen, Pflegebetten, Wäsche etc.).
Im Kinderdorf selbst werden gegenwärtig 54 Kinder und Jugendliche betreut, zum Teil mit schwerstmehrfachen Behinderungen. In allen Häusern war eine ruhige und herzliche Atmosphäre zu spüren.

Die segensreiche Arbeit des gesamten Personals und der vielen ehrenamtlichen Helfer verdient zweifellos Anerkennung und benötigt weiterhin Unterstützung. Einen Beitrag können auch wir mit den Weihnachtspäckchen leisten, die an Kinder aus bitterarmen Familien der Umgebung verteilt werden.

Margitta und Reinhard Grundmann


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