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 Nachdem Sie durch das Hauptportal eingetreten sind, fällt Ihr Blick unwillkürlich auf die drei Glasfenster im Abschluß des gegenüberliegenden Altarraumes. Es lohnt sich, das große Kreuzigungsfenster etwas länger zu betrachten.

Im Kirchenführer, der 1998 zum 100jähringen Jubiläum der Einweihung unserer Kirche herausgegeben wurde, findet sich dazu folgende Betrachtung:

  Blick auf die Orgel und das Hauptportal der Martin-Luther-Kirche (nit Ot -Orgel)  
 

Das Evangelium leuchtet auf 

Der Abschluß des Altarraums wird durch drei Glasfenster gekrönt. Es ist eine Arbeit aus der Werkstatt Ferd. Müller aus Quedlinburg. Sie ist eine Kostbarkeit, weil die bildhafte Darstellung in sorgfältiger Einzelarbeit das Evangelium zur Sprache bringen möchte. Wer sich Zeit nimmt, Details zu betrachten, wird überraschende theologische Aussagen finden. Zugleich ist die handwerkliche Ausarbeitung bemerkenswert, weil die einzelnen Glasteile oft mehrfach mit Farbe versehen und gebrannt wurden, um eine aussagestarke Farbabstufung zu erhalten.

Drei zentrale Aussagen des Evangeliums werden abgebildet: Weihnachten, Karfreitag, Ostern. Beispielhaft soll das mittlere Bild betrachtet werden. Es zeigt die Kreuzigung Jesu vor den Toren Jerusalems. Man erkennt deutlich im Hintergrund die Umrisse der Stadtmauer. Hinter dem Gekreuzigten bemerkt der Betrachter einen Teppich. Er erinnert an den Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste verdeckte. In Christus, der am Kreuz stirbt, aber offenbart sich Gott mitten in unsere Welt. Der Tempel als Offenbarungsplatz ist in dem Gekreuzigten überwunden. Gott tritt in unsere leidvolle Welt. Zugleich zeigen Sonne und Mond neben dem Kreuz, wie die ganze Schöpfung an dem Erlösungswerk Anteil nimmt. Die Engel, die unter dem Kreuz das Blut Jesu auffangen, verweisen auf das heilige Abendmahl, in dem die Kraft des Geschehens auf Golgatha gegenwärtig wird.

Auch die untere Partie des Fensters ist nicht nur Zierrat. Links sehen wir die Distel mit dem Drachen, die an den Fluch der Schöpfungsgeschichte erinnern. Rechts sehen wir als eine Paradiesespflanze eine Passionsblume, stilisiert, als Zeichen der erlösten Zukunft.

In der Mitte ein Pelikan, der sich die Brust öffnet, um seine Jungen vor dem Verhungern zu retten. Dieses Motiv ist altkirchlich schon auf Christus übertragen worden, der sich für uns hingibt.

Lenken Sie Ihren Blick auf die weiße Wand darunter und das daran aufgehängte Kreuz von  Hans-Martin-Steinbrenner.